Kurz und knapp

Die Turnerschaft Rodalben wurde im Jahre 1881 als „Betrieb der deutschen Turnkunst und der Förderung körperlicher und sittlicher Bildung“ damals als „Turnverein Rodalben 1881“ gegründet. Der Verein beherbergt zur Zeit ca. 1200 Mitglieder und ist dem Gedanken der körperlichen Ertüchtigung und dem geselligen Beisammensein der Gründungszeit bis heute treu geblieben. So wird heute noch in fünf Abteilungen (Handball, Turnen, Kegeln, Judo und Muay Thai) regelmäßig trainiert und ein familiäres Zusammensein gepflegt. Das Sportangebot erreicht jedoch nicht nur junge Erwachsene und Jugendliche. Für unsere „älteren Semester“ bietet der Verein ebenfalls abwechslungsreiche Aktivitäten an. So sind zum Beispiel die Herzsportgruppe, die „Steife Riege“ oder der Wanderclub zu nennen. Doch nicht nur der Sport findet in unserem Verein Anklang, jährliche Unternehmungen und Feiern stärken den Zusammenhalt sowohl innerhalb der jeweiligen Abteilungen, als auch im gesamten Verein.

 

Geschichte der Turnerschaft Rodalben

Im Jahre 1881 gegründet, widmet sich der Verein vorwiegend dem Turnsport. Als Unternehmungen sind damals unter anderem Turnfahrten, Wanderungen, Gesangsstunden und Kneipenabende aufgeführt. Bis zum Ausbruch des ersten Weltkrieges 1914 stehen vorher genannte Aktivitäten im Vordergrund. Wettkämpfe nehmen zu jener Zeit eine eher untergeordnete Rolle ein.

Nach Beendigung des ersten Weltkrieges startet der Verein einen Neuaufbau und kann den ersten großen Schritt 1922 mit dem Erwerb eines Geländes von 7000 qm auf dem Geißbühl machen. Ein Turn- und Handballplatz wird gebaut und die dazugehörige „Jahnhütte“ erst als Gerätelager und später als Turnerheim genutzt. Zu dieser Zeit ist der „Männerturnverein Rodalben“ bereits gegründet. Der MTV erwirbt 1930 ein Gelände in der Lindersbach für einen Handballplatz. Der Handballsport boomt jetzt und erfreut sich großer Beliebtheit. Die beiden Vereine des TV und MTV Rodalben leisten sich auf dem Großfeld hitzige Derbys mit reichlich Zuschauerinteresse. Die Turnerinnen und Turner feiern währendessen in den 30er Jahren ebenfalls viele Erfolge und fahren beim damaligen gesamtdeutschen „Turn- und Sportfest“ in Breslau (1938) mehrere Siege ein.

Während des zweiten Weltkrieges 1939 bis 1945 verschwendet niemand einen Gedanken an das Vereinsleben in Rodalben und auch nach dem Krieg herrscht Elend und Not. Erst im Jahre 1948 mit Einführung der D-Mark scheint sich das Blatt zu wenden und im Jahr 1950 dürfen Turn- und Sportvereine wieder selbstständig operieren. In diesem Jahr schlägt Turnbruder Emil Pfundstein bei einer Versammlung den Zusammenschluss der beiden Rodalber Vereine „TV Rodalben 1881“ und „MTV Rodalben“ vor. 137 Ja-Stimmen bei einer Gegenstimme gründen die uns heute bekannte „Turnerschaft Rodalben“.

Die folgenden 20 Jahre stellen sich für die Turnerschaft als eine wiederum sehr erfolgreiche Zeit dar. Neben der weiterhin aufstrebenden Turnerriege können in den 60er Jahren vorallem die Handballer tolle Fortschritte sowohl im Feld- als auch im Hallenhandball aufweisen. Mehrere Pfalzmeistertitel und Siege auf Turnieren im Ausland machen die Rodalber Handballer weit über unsere Grenzen hinaus bekannt.

Ein Anstieg der Mitgliederzahlen auf 771 Personen im Jahr 1970, aufgeteilt auf sieben Abteilungen, nötigen die Führungsriege des Vereins zum Bau der TSR-Sporthalle. Bereits ein Jahr darauf (1971) können erste sportliche Veranstaltungen in der TSR-Halle stattfinden, auch dank der Vereinsmitglieder, welche über 14000 (!) freiwillige Arbeitsstunden in den Bau der Halle investiert haben.

1978 gliedert sich mit dem Sport Basketball bereits die 11. Abteilung der Turnerschaft an und hilft dabei, die Mitgliederzahl im Folgejahr über die magische Grenze der 1000 zu führen (1044 Mitglieder). Zwei Jahre später wird die TSR-Halle bereits durch den Anbau eines Foyers, Küchentrakt mit Aufenthaltsraum, Schlafräumen (32 Schlafplätze) mit Duschen, WC und Geräteraum erweitert und stellt somit ein erweitertes Angebot für große Veranstaltungen dar. 1981, wiederum ein Jahr später, feiert die Turnerschaft ihr 100-jähriges Bestehen.

Der Rodalber Traditionsverein feiert während den nächsten 25 Jahren viele weitere Erfolge, wie zum Beispiel die erste deutsche Meisterschaft des Vereins im Jahre 1989 durch die TGW-Gruppe unter der Leitung von Inge Hollerith. Weitere deutsche Meistertitel kann die TGW-Truppe im Jahr 1996, 1997 und 1998 erringen, dazu kommen zahlreiche dritte Plätze und Vize-Titel im Kampf um die deutsche Meisterschaft. Die weiteren Abteilungen Handball, Judo, Kegeln, Leichtathletik und der neu eingegliederte Muay Thai Sport werden zu dieser Zeit rege besucht und erfreuen sich ebenfalls hoher Anerkennung. Zu Hochzeiten beherbergt die Turnerschaft ca. 1500 Mitglieder und zählt dabei zu den größten Sportvereinen der Pfalz.

 

Ein Verein im Wandel der Zeit

Heute: Die Turnerschaft Rodalben sieht sich mit den Problemen der heutigen Zeit konfrontiert. Die rege Arbeitswelt hält kaum noch Zeit für das Ehrenamt bereit und erschwert somit Vereinen aller Art das Leben. Die immer weiter steigende Leistungsgesellschaft verlangt Kindern und Jugendliche bereits im jungen Alter mehr und mehr ab und die fortschreitende Digitalisierung zieht diese progressiv in ihren Bann. Dies sind aktuelle Themen, denen sich die Vereine der heutigen Zeit entgegenstellen müssen. Beim Handball macht sich dies beispielsweise beim Aussterben mehrere, teilweise sehr traditionsreicher, Vereine deutlich. Ein letzter Ausweg findet sich hier oftmals mit dem Zusammenschluss mehrerer Vereine zu einer Spielvereinigung.

Um einen solchen Weg nicht gehen zu müssen, investiert der Verein viel Zeit und Mühe in die Vereinsarbeit. So sind wir besonders stolz bei den aktiven Mannschaften in allen fünf Abteilungen tolle Erfolge vorweisen zu können und auch die jeweiligen Jugendabteilungen sind dank vieler Trainer und Betreuer auf einem guten Weg. Um den Verein hier in Zukunft auch weiter in ein positives Licht rücken zu können, wird bei der Turnerschaft neben dem üppigen Sportangebot viel Wert auf ein aktives und geselliges Vereinsleben gelegt. So ist es auch möglich, weiterhin Jugendliche für den Sport und unseren Verein zu begeistern. Dafür gebürt allen Helfern rund um den Verein Anerkennung und Respekt. Werden auch Sie Teil unserer Sportfamilie und helfen uns so, unsere Turnerschaft Tag für Tag einen weiteren Schritt voranzubringen.